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Mittwoch, 16. November 2005

Workshop Nummer 1

Die Wahrnehmung

Die Wahrnehmung ist abhängig von der Steuerung in unserem Gehirn. Kennen wir das nicht alle,die Aufregung und Anspannung vor einem Referat, das in einem voll besetzten Seminar gehalten werden muss? Nach dem Vortrag ist der Kopf wieder frei und viel aufmerksamer gegenüber äußeren Einflüssen. Doch erinnert man sich noch an die ersten einleitenden Worte des Referates, wieviele Studenten wirklich zugehört haben, ob der Dozent sich Notizen zu dem Referat gemacht hat. All diese Dinge haben wir in diesem Zeitraum nicht wahrgenommen, weil unser Gehirn eingeschränkt war. Hier ein interssanter Artikel dazu:

Im Alltag filtern wir Dinge die wir wahrnehmen. Die für mich relevanten Informationen werden erfasst und irgendwo in meinem Gehirn (Schubladen) abgelegt.
Ein kleines Beispiel dazu:
Ich stehen an der Kasse und vor mir steht eine junge Mutter mit ihrem Kind. Beide sind ärmlich gekleidet. Um die Wartezeit an der Kasse zu überbrücken kommt eine Mitarbeiterin des Supermarktes und verteilt kleine Schokoladentäfelchen. Die Frau vor mir nimmt sich zwei Stück. Als die "Schokoladen-Dame" im Begriff war weiterzugehen, winkte die junge Mutter die Dame mit einer abfälligen Bewegung und einem "Komm mal her" noch einmal zu sich hin. Die Mutter wollte ein weiters Täfelchen für ihren Mann haben. Ich dachte mir: "Ist klar, du siehst ärmlich aus und willst jetzt auch noch rumschnorren" In diesem Augenblick fand ich dass Verhalten der Mutter absolut unangemessen. Viel später habe ich über diesen Vorfall noch eimal nachgedacht. Vielleicht hat diese Familie kein Geld für Schokolade, oder vielleicht liegt der Mann schwerkrank zu Hause und ist traurig, dass er mit seiner Familie nicht gemeinsam einkaufen gehen kann. Vielleicht wollte die Mutter genau aus diesen Gründen eine kleine Tafel Schokolade für ihren Mann mitnehem.
Bei diesem Vorfall ist mir klar geworden wie schnell ich doch in Schubladen denke. Ich nehme Dinge/ Geschichten wahr, speicher aber nur für mich relevante Informationen ab. Durch diese Vorgehensweise entstehen Typisierungen und oberflächliche Wahrnehmungen.

Wie kann ich aber eine oberflächliche Wahrnehmung vermeiden, bzw. einschränken?

Es gibt vier Bedingungen für die Wahrnehmung:
1. betrachten, identifizieren
2. beobachten, interpretieren
3. begreifen, bewerten, spiegeln
4. beschreiben (in Worten)

Beispiel: Das Glas

glas

1.
Der Gegenstand ist ein Glas

2.
Der Fuss hat einen grünen Schimmer
Das Glas hat Unebenheiten.
Der Druck fühlt sich rau an.
Das Muster ist sehr fein.
Es hat eine geklebte Bruchstelle.
In der Mitte des Fußes hat das Glas eine Kugelform.
u.v.m.

3.
Woher kommt die Bruchstelle?
Wieso ist das Glas grün?
Wo kommen die Luftblasen im Glas her?
Hat das Muster eine Bedeutung?
Wo kommt das Glas überhaupt her?
Gehörte das Glas jemandem?
An was erinnert mich das Glas?
Womit verbinde ich solch ein Glas?
Mir gefällt das...., mir gefällt das nicht....
u.v.m.

4.
Abgespeichert unter:
altes Glas

Beschreibung:
Das ist ein altes oder auf alt getrimmtes Glas, das schön grün
im Licht leuchtet, mich an ..... erinnert und möglicherweise....
u.s.w.
SvenDietz - 21. Nov, 06:25

Das mit der eingeschränkten Warnehmung bei Referaten, usw. kenn ich auch. Im Unterricht ging/geht mir das teilweise auch so. Hängt halt immer von der Situation ab. Also wie man sich selber fühlt, ob die Situation was neues für einen selber ist, usw. Bei nem vollen Hörsaal fehlt da die Routine wirklich noch.
Mir fällt noch n gutes Beispiel für das Typisieren ein. Im Straßenverkehr machen wir das oft! Oder wer hatte nich schon mal nen Opelfahrer mit Hut und Wackeldackel vor sich schleichen? =)

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